Kenia: Bamburi, Mombasa-Marine-Park,  Wasini, Tsavo-Ost, Shimba Hills - Seite 3

Eine Dhau-Tour durch den Kisite-Marine-Park und ein Besuch der Insel Wasini



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Von Bamburi in den Süden

Trotz der verhältnismäßig großen Entfernung: Auch an den Touristenstränden im Norden von Mombasa gehören Tagestouren in den Marine-Nationalpark Kisite und auf die Insel Wasini mit zu den meistgebuchten Ausflügen. Und bei der Buchung ist man auch nicht unbedingt auf die Agenturen der großen Veranstalter angewiesen.
Erstaunlich pünktlich, fast exakt um 5.30 Uhr früh, werden wir zu unserem Ausflug, gebucht für 90 Euro pro Person bei einem der „Beachboys“ vor dem Hotel und damit deutlich billiger als die von den großen Reiseveranstaltern vermittelten Ausflüge, abgeholt.
Allerdings: Erst einmal geht es fast drei Stunden mit dem Wagen nach Süden, bis kurz vor die Grenze zu Tansania. Die Route führt zunächst, nachdem wir die Brücke passiert haben, durch das noch verschlafene Mombasa, vermutlich ein etwas besser situiertes Geschäftsviertel, dann mit der Fähre wieder herunter von der Insel von Mombasa.
Bevor wir auf die Fähre können, müssen natürlich erst die ankommenden Passagiere und Fahrzeuge herunter. Und da kommt uns ein beinahe unendlich erscheinender Strom von Menschen entgegen, Erwachsene auf dem Weg zur Arbeit, Kinder in Schuluniform, alles in allem mindestens 2000 Menschen, die Insassen der Fahrzeuge nicht mitgerechnet – ganz offenkundig hoffnungslos überladen.
Auf der anderen Seite des Ufers machen die angrenzenden Viertel, die offiziell aber nicht mehr zu Mombasa gehören, einen deutlich ärmeren Eindruck. Die einfachen Wohnhäuser wirken heruntergekommen, etliche Marktstände an der Straße sind aus Wellblech gezimmert. Vereinzelt suchen Kühe in den Abfallhaufen nach Fressbarem.
Diani dagegen, als Diani Beach eines der kenianischen Touristenzentren, hat sich vom Dorf zu einer kleinen, aber florierenden Stadt entwickelt. Die Durchgangsstraße ist hier ein einziger Markt, eine Einkaufsstraße mit Geschäften aller Art, aber auch einigen schlicht, aber ordentlich anmutenden Traveller-Hotels.

Shimoni, die Fährstation

Klicke auf das BildDas der Insel Wasini auf dem Festland gegenüber liegende Dorf mit der Fährstation heißt Shimoni. Es ist ein von der Fläche her recht großes Dorf mit ungepflasterten, staubigen und holprigen Pisten als Dorfstraßen, meist einfachsten Häusern aus rohem Stein, aber einem gut besuchten farbenfrohen Markt. Shimonis „Sehenswürdigkeit“: Die einstigen Sklavenhütten, von denen aber nur noch Außenmauern stehen.
Die Dhau, die wir nun betreten, steuert zunächst jedoch nicht Wasini an, sondern fährt um die Insel mit ihrer Küste aus von den Wellen ausgehöhlten Korallenfelsen herum, in den Kisite- Marine-Nationalpark. In diesem Nationalpark liegen etliche weitere Inseln und Inselchen, manche etwas größer und dicht bewachsen, andere nicht viel mehr als ein kahler, aus dem Wasser herausragender Steinbrocken.

Auf der Suche nach Delfinen

Klicke auf das BildAber nicht diesen Inseln gilt die Tour in den Marine-Park, sondern den hier lebenden Delfinen. Die Wahrscheinlichkeit einer Delfinsichtung läge bei 80 Prozent, hatte der Guide auf dem Boot zuvor erklärt, und tatsächlich tauchen auch schon bald die ersten neben der Dhau auf. Doch es sind nur wenige Tiere, und auch die lassen sich jeweils nur für einen Moment an der Wasseroberfläche blicken, zeigen kaum mehr als die Rückenflosse, um gleich danach wieder abzutauchen.
Auf dem Programm einer Kisite-Wasini-Tour steht auch ein Schnorchelgang. Da gibt es an den vielleicht fünf Meter tiefen Korallenbänken große Fledermausfische, Schnapper und andere kleinere Vertreter der Fischwelt des Indischen Ozeans zu sehen.

Die Fischerdörfer von Wasini

Klicke auf das BildNKlicke auf das Bildach dem Mittagessen in einem Restaurant auf Wasini ist ein Bummel durch eines der beiden Inseldörfer angesagt. Die einfachsten Häuser sind aus Korallenstein, die Dorfstraßen holprige Wege, auf denen mehr Ziegen als Menschen laufen. Einen Dorfplatz oder einen Ortskern scheint es nicht zu geben: das Dorf wirkt wie ein zusammengewürfelter Haufen von Häusern und Gehöften, aber doch mit Kindergarten und Schule.
3600 Menschen, so erzählt der Guide, leben auf der Insel, die immerhin schon seit 500 Jahren bewohnt sei. Die meisten Einwohner lebten dabei vom Fischfang, eigentlich eine reine Männersache, wobei neuerdings aber auch einige Frauen sich als Fischerinnen betätigen würden. Manche Häuser hätten auch eigenen Solarstrom – doch auf die öffentliche Stromversorgung warten die Einwohner von Wasini noch immer.


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