Kenia: Bamburi, Mombasa-Marine-Park,  Wasini, Tsavo-Ost, Shimba Hills - Seite 2

An den Riffen des Mombasa-Marine-Parks - bei Schildkröten und Weißspitzenriffhaien



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Von Shanzu in den Mombasa-Marine-Park

Klicke auf das BildDer Hafen von Shanzu, zumindest der, in dem unser Tauchboot mit einigen anderen kleinen Ausflugsbooten liegt, befindet sich am Ende eines Meeresarmes.
An der Einmündung des Creek, in dem der Hafen liegt, sieht man mitunter die Fischer bei der Arbeit. Eine Gruppe von etwa einem Dutzend Männern steht im Wasser, holt ein Netz ein. Andere Fischer sind in eher primitiv anmutenden Einbäumen unterwegs.
Etwa eine halbe Stunde braucht unser Boot bis zu unserem ersten Tauchplatz mit dem Namen Maleika im Meeresschutzgebiet.des Mombasa-Marine-Parks.


Krokodilfisch bei Maleika

Klicke auf das BildDas Riff Makleika liegt in gut 18 Metern Tiefe, besteht aus den unterschiedlichsten Korallenarten in bräunlicher Farbe, in lila, in allen möglichen Schattierungen. Es gibt etliche Trichterkorallen und auch eine Unzahl von Seesternen, die meisten allerdings eher blass.
Auf dem Boden liegt im Sand ein Krokodilfisch, mindestens einen Unterarm lang, gut getarnt, halb vom Sand bedeckt. Entweder lässt er sich durch unsere Nähe nicht stören, oder aber er bleibt bewusst regungslos liegen, um keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Auf einer Koralle ist ein Steinfisch in Deckung gegangen, auch er farblich an „seine“ Koralle bestens angepasst.
Und schließlich entdecken wir, in einer Sandmulde liegend, einen vielleicht eineinhalb, zwei Meter langen Riffhai, der sich jedoch, als wir ihm uns nähern eilig davonmacht. Mit ihm entschwindet, nicht minder eilig, ein Rochen, der sich bis dahin wohl in der Nachbarschaft des Hais niedergelassen hat.
Krönender Abschluss dieses Tauchganges ist die Begegnung mit einer Schildkröte, die ganz ruhig an den Korallen knabbert.

Eine Schildkröte am Riff Tusker

Klicke auf das BildDer Tauchgang am Riff Tusker unterdessen beginnt mit einer Schildkrötenbegegnung, wobei dieses Exemplar keinen Wert auf menschliche Gesellschaft legt, schnell, aber nicht übereilt davon schwimmt.
Ansonsten wird dieser Tauchgang an dem nicht minder bunten Riff, diesmal nicht tiefer als 17 Meter, von großen Fahnenbarschen, prächtigen Kaiserfischen, ganzen Schwärmen von Zebra- und Lippfischen bestimmt. In einer Mulde entdecken wir dazu eine eher kleine Muräne und schließlich noch einen Rochen.
Bei einem zweiten Tauchgang bei Tusker stoßen wir als erstes auf einen Blaupunktrochen, kurz darauf auf einen zwischen den Korallen im Sand ruhenden Krokodilsfisch. Auffällig sind wieder die großen Falterfische, die Papageienfische – während die Muränen hier von kleinerer Art sind.

Schildkröten und Haie bei Sandy Ray

Sandy Ray gilt als Hotspot der Schildkrötenbeobachtung. Tatsächlich bekommen wir ein Schildkrötenpaar, offensichtlich gerade beim Paarungsakt, schon bei unserer Anfahrt zum Tauchplatz zu sehen. Das eine Tier hat sich auf dem Rücken des anderen festgeklammert, gemeinsam treiben beide in den Wellen, tauchen dabei immer wieder ab und auf.
Klicke auf das BildDas Sandy Ray ist, wie der Name sagt, eine ebene, von Korallen bewachsene Fläche in 18 Metern Tiefe, Immer wieder von Sandmulden durchsetzt. Hier begegnen uns Kaiser- und Anemonenfische, schließlich auch ein ziemlich einzigartiger Vertreter der hiesigen Fischwelt, ein gelblich und schwarz gestreiftes Exemplar von der Größe eines ausgewachsenen Zackenbarsches, aber von einem deutlich friedfertigerem Aussehen. Das war ein sogenannter Kartoffel-Grouper.
Recht friedlich wirkt auch der Weißspitzenriffhai, der, etwa zwei Meter lang, auf dem sandigen Boden liegt, völlig unbeeindruckt von uns Tauchern. Zumindest scheinen wir ihm keine Bewegung wert.
Bei einem zweiten Tauchgang zeigt sich Sandy Ray als „Kinderstube“ der Fischwelt. Jedenfalls sind die Kaiser-, Doktor- und Papageienfische hier kleiner als an den anderen Riffen. Dafür entdeckt man aber in den Sandmulden hin und wieder halb vergrabene Blaupunktrochen, die jedoch eiligst davonschwimmen, wenn man sich ihnen nähert.
Keine Furcht zeigen dagegen ein anderer großer Rochen, der gemächlich an uns vorbeizieht und die Schildkröten.

An der Brain Coral

Klicke auf das BildIn etwa 14 Meter Tiefe betauchen wir das Riff mit dem Namen Brain Coral. Auch hier haben wir es wieder mit einer fast ebenen Fläche zu tun, auf der sich allerdings etliche wie zu Felsen gewachsene Korallenblöcke finden. An einem dieser großen Blöcke hat ein Drücker sein Revier, an einer anderen Stelle entdecken wir eine große gescheckte Muräne, die sich in den Nischen einer Koralle eingerichtet hat, aber neugierig und verteidigungsbereit die Umgebung beobachtet, kurz darauf noch eine kleine grünliche Muräne, von der aber nicht viel mehr als das Maul aus ihrem Versteck hervorlugt.
Kurz vor Ende des Tauchganges bekommen wir noch auf einer Koralle klebend eine kleine Meeresschnecke zu Gesicht.
Bei einem weiteren Tauchgang bei Brain Coral passieren wir eine Koralle, die der Namensgeber dieses Riffs sein könnte: bräunlich gefärbt, von gewaltigem Ausmaß in der Form eines Gehirns. Auffällig ansonsten: prächtige dunkle Kofferfische in einer Gruppe.

Hai-Patrouille am Shark Point

Der Shark Point ist ein dicht bewachsenes, buntes Korallenfeld in etwa zwölf bis 14 Metern Tiefe, das dann an seiner Außenkante deutlich, wenn auch nicht all zu steil abfällt. Im Unterschied zum Plateau ist dieser Teil aber eher spärlich von Korallen bewachsen, finden sich hier, wenigstens in nun 18 Metern Tiefe, auch weit weniger Fische.
Das Fischleben findet auf dem Plateau statt. Da entdecken wir, dicht nebeneinander liegend, einen großen und einen kleineren Steinfisch, ganz starr und unbeweglich, als wären sie festgewachsen.
Es gibt Kaiserfische, Doktorfische, auch wieder einen Kartoffel-Grouper, Schwärme von Lippfischen und Schnappern.
Weitere Fischschwärme ziehen an der Riffkante vorbei – und das ist auch das Revier eines Weißspitzenriffhais, der hier wie auf Patrouille seine Bahn zieht, ohne dass dies die vorbeiziehenden Schwärme in Panik zu versetzen scheint.
Klicke auf das BildEinen anderen Hai sehen wir, bereits beim Auftauchen, in einiger Entfernung auf dem Meeresboden liegen.
Bei einem weiteren Tauchgang am Shark Point haben wir schlecht Sicht, treibt uns die ganze Zeit eine starke Strömung vorwärts. Irgendwie erscheint das Riff unter diesen Bedingungen auch zerklüfteter als bei unserem ersten Tauchgang. Die ersten 20 Minuten verlaufen ziemlich ereignislos, eine kleine Muräne ist die einzige Besonderheit.
Dann sind wir wieder an der Riffkante, an der die Haie patrouillieren. Und diesmal sind es gleich ein halbes Dutzend Weißspitzenrifhaie, die – in gebührendem Abstand hin und her schwimmen, aber wohl auch gerade nicht auf Beute aus sind.
Gegen Ende des Tauchganges, die Sicht ist inzwischen deutlich besser, treffen wir noch auf einige Schildkröten.
Auch beim dritten Tauchgang am Shark Point ist die Sicht nicht besonders. Trotzdem sehen wir diesmal immerhin einen mittelgroßen Blaupunktrochen, der schnell von uns fortschwimmt, dazu an einer Koralle einige Feuerfische.
An der Riffkante dagegen sind von den Haien diesmal nur die Konturen erkennbar. Deutlich zu sehen dagegen zum Schluss die Schildkröte, die hier ihren Stammplatz zu haben scheint, diesmal aber auch das Weite sucht.

Am Turtle Reef, dem Riff der Schildkröten

Klicke auf das BildDas Turtle Reef befindet sich meist in einer Tiefe von 15 Metern, fällt jedoch an manchen Stellen auf 18 Meter ab. Im wesentlichen ist auch dieses Riff ein flaches Plateau, jedoch mit einigen wie Felsen herausragenden Korallenbrocken, in dieser Beziehung dem Brain-Coral-Riff ähnlich. Wir entdecken eine Muräne, einen in der Mulde einer Koralle verstecken Rochen, ungewöhnlich große Falter- und Wimpelfische.
Schließlich, fast schon am Ende des Tauchganges, bekommen wir auch eine ziemlich große Schildkröte zu Gesicht, die es sich unter der Aushöhlung einer Koralle gemütlich gemacht hat.

Tanias Wrack

Klicke auf das BildEtwa 20 Meter lang liegt in 30 Metern Tiefe das Wrack der Tania, ein Frachtschiff, das 2002 als künstliches Riff und Attraktion für die Taucher hier auf sandigem Boden versenkt wurde.
Auch wenn die rostenden stählernen Wände und das Deck noch nicht übermäßig von Korallen bewachsen ist, hat sich die Tania doch zum Anziehungspunkt für Schwärme von Lippfischen und Schnappern entwickelt, gibt es hier Grouper und Kaiserfische, finden auch bereits Schildkröten genügend Nahrung.


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