|
|

|

|

|

|
| Ein
Schwarm Flötenfische - gesehen am Riff Abu Haschisch |
Eine
Muräne - versteckt am
"Hausriff" des Madinat Makadi |
Ein
Blaupunktrochen - gesehen am Riff Torfa Abu Makadi |
Die
Marina von Hurghada - Treffpunkt der Jachten |
|

|

|

|

|
| Die
Minarette der großen Moschee von Hurghada |
Die
Schiffsschrauben der Salem - in gut 30 Meter Tiefe |
Neben
dem Wrack der Salem: die unbenutzten Rettungsboote |
Nur
ein Blick von außen möglich: Die Kommandobrücke der
Salem |
|
Das
Riff von Shab Sheer wird durch einen Leuchtturm markiert |

|

|
Beliebtes
Ausflugsziel vor Hurghada: Die Insel Mahmya |
Zum Betrachten
der Fotos klicken Sie auf die Vorschaubilder
Beschriebene
Orte und Tauchplätze: Madinat Makadi
mit Hausriff
mit "Sharky" und "Klaus",
Southexpress, Abu Haschisch,
Gota Abu Makadi, Torfa Abu Makadi,
Safaga mit Gamul Soraya,
Tobir Hamra,
Wrack der
Salem Express, Shab Sheer,
Hurghada
mit der Insel Mahmya
Reisebericht
herunterladen Mehr Bilder von Ägypten
als Postkarte oder zum Download
Zum
Videofilm dieser Reise
Forum: Fragen
und Antworten zu Reisen in Ägypten
Haben
auch Sie eine
Webseite zum Thema Reisen ins Netz gestellt? Dann tragen Sie sich doch
bitte in meinem Reisekatalog
für alle Themen rund ums Reisen
ein. Dazu können Sie sich auch gern in der allgemeinen Linkrotation
eintragen, wo es auch um andere Themen geht. Fragen zum Thema dieser
Webseite stellen Sie bitte nicht per E-Mail, sondern in
meinem Forum.
Mehr Reisen suchen
Montag,
18. Oktober 2010: Hurghada – „Madinat Makadi“
Kurz
nach 19 Uhr Orts- wie auch mitteleuropäischer befinden wir uns nach etwas
über vier Stunden an Bord der
Air Berlin über Hurghada. Unter uns liegt eine langgezogene, aber auch
nicht so breite Lichterkette zwischen Meer und Wüste – und beim
Landeanflug erkennt man die Portale einiger größerer Hotelanlagen.
Die
Einreise nach Ägypten verläuft denkbar einfach, auch,
weil die Tourismusveranstalter schon vor dem offiziellen
Einreiseschalter ihren Gästen die Visa-Marken in den Pass kleben, die dann
von den Grenzbeamten selbst nur noch abgestempelt werden müssen. Und
verschwunden sind auch die Gepäckträger, die den Ankömmlingen fast jede
Tasche aus der Hand gerissen hatten um sie selbst zu den Transferbussen zu
tragen, natürlich gegen ein entsprechendes Trinkgeld. Dafür gibt es nun
Gepäckwagen, die man sogar umsonst benutzen kann.
Bis
an den Flughafen heran reichen unterdessen die Neubausiedlungen mit ihren
Ferien- oder Appartementhäusern, alles großzügig geplante Komplexe, von
denen aber viele leer zu stehen scheinen, andere bisher über die Phase des
Rohbaus nicht hinauskamen – während einige wenige aber auch schon bewohnt
sind.
Eine
Polizeistation markiert das südliche Ende von Hurghada, einige wenige
Kilometer geht es nun durch wirklich verlassen wirkende Einöde, dann biegen
wir ab in das „Madinat Makadi“.
„Madinat“
ist der Begriff für „Stadt“ – und tatsäsächlich ist hier eine Stadt
aus Hotels entstanden, eine Stadt mit einem bewachten Eingangstor, einer Umzäunung,
einer Hauptstraße, wo auch die diversen Andenkengeschäfte zu finden sind
und schließlich mit Hotelanlagen, die die Bezirke dieser Stadt darstellen.
Unsere
Anlage, das Ibero Beach, grenzt direkt an den Strand – und ist so groß,
dass man sich als Neuankömmling hier durchaus verlaufen kann.
Dienstag,
19. Oktober 2010: Hausriff
Von
unserem Zimmer sieht man direkt auf den Strand, und vor uns im Wasser liegt
auch noch eine kleine Insel, die allerdings nicht betreten werden darf.
Um
14 Uhr unternehme ich einen ersten Tauchgang am so genannten Hausriff. Das
beginnt direkt am Ende des Bootssteges vor der Basis von Extra Divers, denn
in unmittelbarer Nachbarschaft zu diesem Bootssteg liegt bereits ein
mittelgroßer Korallenhügel, an dem sich auch schon einige Fische tummeln.
Zu
denen gehören wohl auch der Hornhecht, der an uns vorbei schwimmt und auch
der große sowie ziemlich dicke Kugelfisch, der sich hier im sandigen Boden
niedergelassen hat, trotz der sich nahenden Taucher seine Ruhe bewahrt.
Weiter
Richtung Meer hinaus passieren wir einen Hügel von Amphoren, nicht die
Hinterlassenschaft eines in der Antike untergegangenen Schiffes, sondern
erst im November 2009 angelegt, um den Platz für Taucher und Schnorchler
etwas interessanter zu gestalten. Vor allem die kleineren Fische scheinen
sich hier nun wohl zu fühlen, und zwischen den Gefäßen wachsen auch schon
einige Trichterkorallen empor.
Bevor
es zu den beiden eigentlichen lang gezogenen Riffen geht, überqueren wir
noch ein Seegrasfeld, in dem wir einen so genannten Seegrasfisch entdecken.
Allerdings: Ob die nun ihren Namen haben, weil sie vorzugsweise im Seegras
leben oder aber, weil sie von diesem Seegras kaum zu unterscheiden sind, lässt
sich nach dieser Begegnung nicht genau sagen. Selbst beim Schwimmen
verhalten sich diese Fische wie ein Büschel Seegras, bewegen sich mit dem
Kopf nach unten, die Schwanzspitze in die Höhe gereckt fort.
Und
dann, am Rand des Seegrasfeldes, kreuzt ein Adlerrochen, von einem Schnapper
oder einem ähnlichen Fisch begleitet, beeilt sich aber dabei doch, möglichst
schnell aus unserem Blickfeld zu verschwinden.
Dem
Seegrasfeld folgt wieder sandiger Boden, kurz darauf liegt dann links von
uns das Riff. Die beeindruckendsten Begegnungen in diesem Bereich sind die
beiden Skorpionfische, auf die wir treffen. Das erste der beiden Tiere hat
sich in der Mulde eines Korallenblocks versteckt – und wäre uns ohne
unseren Tauchguide gar nicht aufgefallen. So gut hat es sich seiner Umgebung
angepasst. Der zweite Skorpionfisch, etwas kleiner, ist von Farbe und Form
her zwar nicht weniger getarnt, hat aber gerade sein Versteck verlassen,
bewegt sich zwischen Koralle und sandigem Boden, ist deshalb etwas auffälliger.
Das merkt dann auch noch rechtzeitig ein kleiner Fisch, der sich dem
Skorpionfisch nähert, aber noch rechtzeitig ausweicht, bevor der
zuschnappt.
Ansonsten
stößt man am Riff natürlich auf Schnapper, Rotmeer-Wimpelfische,
Demoiselles, aber auch Papageien- und einige Drückerfische.
Kurz
vor dem Ausstieg, wieder in der Nähe des Stegs, kommen wir noch an einer
hier versenkten Palme vorbei. Auch diese Palme wurde für einige
Meeresbewohner zum neuen Zuhause: Unten am Stamm, am Grund, residieren drei
Rotfeuerfische, oben an der Spitze schaut vorsichtig eine kleine Muräne
zwischen den Blättern hervor.
Mittwoch,
20. Oktober 2010: Southexpress
Der
als „Southexpress“ bezeichnete Tauchplatz liegt rund 20 Bootsminuten von
der Tauchbasis entfernt am südlichen Ende der Makadi-Bucht, und mitunter,
so verspricht es jedenfalls die Tauchplatzbeschreibung in der Basis, soll es
hier auch Riffhaie geben und auch Schildkröten. Außerdem, so die
Beschreibung, sei es auch wegen der Strömungsverhältnisse ein doch etwas
schwierigerer Tauchplatz, weswegen man hier keine Tauchanfänger mitnehmen könne.
Wir
starten um neun Uhr vormittags, und für die Haie ist es wohl schon zu spät.
Schildkröten werden wir hier ebenfalls nicht begegnen, und von einer stärkeren
Strömung kann auch nicht die Rede sein.
Der
„Southexpress“ präsentiert sich uns als ein friedlich anmutender
Korallengarten, bestehend vor allem aus Hartkorallen, ab und an einer großen
grünlichen Kopfkoralle.
In
diesem durchaus farbenprächtigen Korallengarten, dessen einziger
„Schwierigkeitsgrad“ darin besteht, mitunter in einer Tiefe von bis zu
28 Metern zu liegen, begegnen wir nun Papageien- Drücker, Doktoren- und
Kaiserfischen, an den Anemonen dann auch ganzen Schwärmen der kleinen
schwarz-weißen Anemonenfische.
Am
Nachmittag am Strand des Ibero Beach hören wir dann von Schnorchlern: An
den Korallen unmittelbar vor dem Hotelstrand ist ab und zu auch ein kleiner
Hai zu sehen!
Donnerstag,
21. Oktober 2010: Abu Haschisch
Rund
20 Bootsminuten nördlich von Makadi, schon Richtung Hurghada, vor einer
sandigen Insel, liegen die Korallenriffe von Abu Haschisch. Vom Boot aus
gesehen scheinen die Korallenbänke fast bis an die Wasseroberfläche zu
reichen. Zumindest aber kann man die Konturen der Bänke am grünlichen
Schimmer des Wassers genau erkennen.
Sieben
Meter geht es vom Ankerplatz unseres Bootes in die Tiefe, wo uns gleich nach
dem Abtauchen, am Eingang eines kurzen Kanals, der auf die andere Seite des
Riffes führt, ein Schwarm Trompetenfische begrüßt. Auf dem Plateau
zwischen Riff und Dropoff treffen wir auf einen kleinen Oktopus, der aber
keinen gesteigerten Wert auf übermäßige Nähe zu Tauchern legt und
ziemlich schnell entschwindet.
Von
der riesigen Muräne, die ihren Kopf aus einem Korallenblock herausstreckt,
kann man das nicht sagen. Zwar sieht man von dem Tier nur den gewaltigen
Kopf, der fast die Ausmaße eines menschlichen Oberkörpers zu haben
scheint, aber das reicht schon aus, einen bleibenden Eindruck zu
hinterlassen. Wenn es ein Ungeheuer von Loch Ness geben sollte, müsste es
wohl so ähnlich ausschauen!
Dazu
begegnen wir noch einem Blaupunktrochen, der sich auf dem sandigen Boden
ausruht – und natürlich Falter- und Papageienfischen und Doktoren, also
der ganzen bunten Vielfalt des Roten Meeres.
Freitag,
22. Oktober 2010: Gamul Soraya – Tobir Hamra
Wir
verlassen die Makadibay, steuern mit dem großen Tauchboot Richtung Süden
zu unserem Tages-Trip, immer der Küste entlang, vorbei noch an Safaga. Auch
um Safaga herum sind neue Hotels entstanden, darunter manche Hotels oberhalb
steiler, felsiger Küstenabschnitte, ohne direkten Zugang zum Meer oder zum
Strand, offensichtlich Anlagen für Golf-Spieler, umgeben von großen Grünflächen,
aber eben auch weit von der eigentlichen Stadt Safaga entfernt, eigentlich
umgeben von Einöde.
Der
Tauchplatz Gamul Soraya besteht aus zwei Korallenblöcken in der Nähe des
Hauptriffs, wobei einer dieser Korallenblöcke wie ein Vulkankrater geformt
ist, ein Vulkankrater, in dem sich vor allem die kleinen Fische aufhalten.
Darum herum liegt dann ein langsam abfallender Korallengarten, die Heimat
von Schnappern, Doktorfischen, Faltern und auch einigen wenigen Drückern.
Und nicht zuletzt machen die vielen, in die Korallen gewachsenen
Riesenmuscheln in allen möglichen Farbschattierungen Gamul Soraya zu einem
doch recht ansehnlichen Tauchplatz mit einer Tiefe von 19 Metern, der aber,
zumindest bei unserem Besuch, nichts wirklich Spektakuläres bietet.
Das
in der Nähe gelegene Riff Tobir Hamra, bei dem es ebenfalls rund 20 Meter
in die Tiefe geht, ist da schon ein klein wenig aufregender. Von oben sieht
man ein großes, zusammenhängendes Riff, das von einigen Kanälen
durchzogen ist, und unten erwartet uns dann unter anderem ein
Blaupunktrochen, während über unseren Köpfen, fast an der Wasseroberfläche,
riesige Makrelen vorüber ziehen. Dazu gibt es natürlich wieder Doktoren
und Schnapper, auch einen Clownsfisch – und zum Abschluss noch einen
Schwarm Flötenfische.
Samstag,
23. Oktober 2010: Hausriff
Am
frühen Nachmittag unternehmen wir einen zweiten Tauchgang am Hausriff.
Unser Ziel ist diesmal allerdings nicht der „Sharky“ genannte Riffblock,
sondern sein parallel verlaufender nördlicher Nachbar mit dem Namen
„Klaus“.
Kurz
nach dem Einstieg treffen wir den Kugelfisch wieder, dem wir schon beim
ersten mal begegnet sind – ein standorttreues Tier, das wir diesmal aber
in Begleitung eines Krokodilsfisches finden. Der Krokodilsfisch zeigt aber
keinerlei Aktivität, verharrt still halb im Sand vergraben.
Bei
„Klaus“ stoßen wir gleich auf eine ganze Schar von Feuerfischen, die
uns fast schon angriffslustig entgegenschwimmen. All zu nahe kommen sie uns
dann aber doch nicht... Und schließlich entdecken wir in den Mulden des
Riffs eine riesige Muräne, ein Prachtexemplar, das sicherlich seine
eineinhalb Meter misst.
Krönender
Abschluss des Tauchganges: Aus einer Sandmulde im Seegrasfeld wirbelt eine
Staubwolke hervor. Beim Näherkommen erkennt man einen peitschenden Schwanz
– ganz so, als fände in dieser Staubwolke ein Kampf statt. Dann schießt
plötzlich ein Blaupunktrochen hervor, schwimmt eilig davon.
Fazit:
Ein fast perfekter Tauchgang. Viel mehr als dieses einfach zu betauchende
Hausriff bieten auch die anderen Riffe der Umgebung kaum. Allerdings: Als
wir wieder in der Basis sind, erfahren wir, dass die Taucher, die zur
gleichen Zeit mit dem Boot an einem nahe gelegenen Riff gewesen waren, einen
Walhai zu Gesicht bekamen.
Sonntag,
24. Oktober 2010: Gota Abu Makadi
In
knapp zehn Metern Tiefe liegt dieser Tauchplatz am „Ausgang“ der
Makadi-Bucht, ein bestehend aus einem „zerfransten“ Hauptriff mit
einigen kleinen Nebenriffen, alles umgeben von einem regelrechten
Korallengarten.
In
dem tummeln sich zahlreiche Clownsfische, viele Papageien- und Doktorfische,
die volle Farbenpracht der Fischwelt des Roten Meeres. Gegen Ende des
Tauchganges – mit einer gut gefüllten Flasche kann man hier etwas über
eine Stunde unter Wasser bleiben - entdecken wir in einer Höhle des Riffs noch einen großen
Igelfisch, der allerdings, als wir uns nähern, noch tiefer in seinem
Versteck verschwindet.
Montag,
26. Oktober 2010: Torfa Abu Makadi – Hurghada
Als
ein lang gezogener, zusammenhängender Korallenblock, ab und an kurz
unterbrochen, dann übergehend in eine „sanfte Hügellandschaft“,
umgeben von einem Korallengarten: So liegt das Torfa Abu Makadi mit einer
maximalen Tiefe von knapp 20 Metern vor der Makadibucht.
Über
uns, knapp unterhalb der Wasseroberfläche, ziehen einige große Makrelen
vorbei, in einiger Entfernung schwimmt ein großer Kugelfisch.
Als
hätte er sich festgesaugt klammert sich ein Oktopus an „seine“ Koralle,
macht sich dann aber doch noch davon. Kurz darauf begegnen wir zwei
Blaupunktrochen, einem großen und einem etwas kleineren Exemplar, dazu
einigen Bullenkopfpapageifischen.
Für
den Nachmittag haben wir eine Stadtrundfahrt in Hurghada gebucht. Der erste
Eindruck: Die Stadt expandiert völlig zügellos weiter. Auf der Straße von
Süden sind es nach dem Hinweisschild zwar noch zehn Kilometer bis Hurghada
– aber im Grunde befindet man sich bereits mitten in der Stadt. Rund 30
Kilometer soll sich der Ort inzwischen an der Küste entlang ziehen, doch über
seine Einwohnerzahlen findet man ganz unterschiedliche Aussagen. Rund 70000
Einwohner sollen „legal“ gemeldet sein, aber andere sprechen auch schon
allein von 30000 oder 40000 Ausländern, die sich ständig hier aufhalten,
teils, um hier etwa in den Tauchschulen oder Hotels zu arbeiten, teils, um
sich hier von ihrer Rente oder sonstigem Vermögen ein Leben in der Sonne zu
machen. Wie auch immer: An die 200000 Menschen werden in jedem Fall schon
hier leben, einige davon in schicken, villenähnlichen Häusern, andere in
ganzen Siedlungen von mondänen Appartementbauten, die zu weiten Teilen aber
fast leer zu stehen scheinen – und sehr viele aber auch in monotonen, ärmlichen
Plattenbau-Siedlungen, bei denen die Häuser wie einfallslose Kästen
nebeneinander hochgezogen sind, einfachste Bauten ohne Balkone, wobei in
diesen „Siedlungen“ nicht einmal richtige Wege zu sehen sind, man auch
nirgends ein Geschäft oder einen Grünstreifen entdeckt.
Unser
erstes Ziel ist die neue Marina von Hurghada, eine moderne Anlage mit
Hafenpromenade, roten und orangenen Häusern mit Bars, Restaurants und Cafés
in ihren Ladenzeilen. Und im Hafenbecken liegen dazu einige größere
Ausflugsboote, aber vor allem Jachten aus allen Ländern der Welt, darunter
ein schmucker Katamaran unter türkischer Flagge.
Neben
der Marina befindet sich die Baustelle für eine Moschee, die nach ihrer
Fertigstellung zumindest für eine Weile wohl die größte an der ägyptischen
Rotes-Meer-Küste sein dürfte. Ebenfalls in Nachbarschaft zur Marina: Die
alte Reederei von Hurghada, wo auch heute noch Holzschiffe angefertigt
werden, verbunden mit einem Hafen – und auch kleineren Märkten, wie man
bei der Vorbeifahrt sieht.
Überhaupt
liegt die Marina innerhalb der „älteren“ Teile von Hurghada, mit
einfachen ein- und zweistöckigen, einfachen Häusern, mit ungepflasterten
Nebengassen. Straßencafés, in denen nur Männer sitzen. Die Bezeichnung
„alt“ ist allerdings nicht sehr genau: Denn auch, wenn das einstige
Fischerdorf Hurghada um die 300 Jahre zählen soll, dürfte es in der ganzen
Stadt kein Haus, keine Straße geben, die in jetziger Form vor den 80-er
Jahren des 20. Jahrhunderts entstanden sind. Und der übliche Satz der
Reiseleiter, dass dies hier das Hurghada abseits des Tourismus wäre, ist
auch nicht ganz ernst zu nehmen: Denn auch, wenn an vielen Geschäften die
Inschriften in arabisch gehalten sind, gibt es aber auch hier überall die
Souvenirläden, meist mit Reklameinschriften in schlechtem Deutsch – wobei
man aber eben nur wenige Touristen sieht, die sich hierher zum Shopping
verirrt haben.
Nach
dem Bummel durch die Marina steuern wir die derzeit noch größte Moschee
Hurghadas an, auch in dieser Größe mit ihren Minaretten erst während des
frühen Tourismus-Booms errichtet. Betreten
dürfen wir die Moschee nicht, nur einen kurzen Blick in das Innere werfen:
Und das wirkt, wo sich gerade nur wenige Gläubige versammelt haben, der
nach oben strebende Raum also fast leer ist, wirklich kolossal.
Bescheiden
im Vergleich dazu ist die in der Nähe liegende Kirche der koptischen
Christen. Auf einem Bauplatz nebenan entsteht zwar gerade ein neuer
Kirchenbau, den Hinweistafeln und den Besuchergruppen, die sich dort gerade
tummeln, nach zu urteilen zum großen Teil durch ausländische Spenden
finanziert – aber die aktuell genutzte Kirche ist noch, von außen gar
nicht erkennbar, in den Kellerräumen eines unscheinbaren Wohn- und Geschäftshauses
untergebracht. Frauen und Männer dürfen den mit Ikonen behängten Raum
zwar gemeinsam betreten – aber Frauen nur mit Kopftuch.
Nach
diesen beiden Besichtigungsstopps geht es zunächst in das Wohn- und
Gewerbeviertel von Hurghada, ein trister Vorort, in dem, weit abgelegen von
aller touristischen Infrastruktur, die nun zu besichtigende Naturöl-Fabrik
„El Baraka Natur Öle“ steht, wo auf uns eine Verkaufsveranstaltung für
alle möglichen Bio-Öle wartet, auch mit deutschen Öko-Siegeln
ausgezeichnetes Schwarzkümmelöl, Zitrusgrasöl und anderes angeboten wird.
Immerhin erfährt man da, dass der Schwarzkümmel schon in der Antike als
Allheilmittel galt, hilfreich bei Bronchitis und angeblich selbst Krebs –
und das für die Produktion von einem Kilo Öl rund 1000 Kilo Rohmaterial
verwendet werden.
Der
nächste Halt ist dann wieder in der touristischen Innenstadt, am
Karnak-Basar, eher ein zweistöckiges Kaufhaus mit Festpreisen für die üblichen
Andenken aus Massenproduktion – und natürlich Massenabfertigung für die
hierher gekarrten Touristen. An der Kasse sitzen dann Kinder, die die Waren
zu verpacken haben.
Über
die neue Strandpromenade mit neuen Hotels und einer breiten Fußgängerzone
für Restaurants und Boutiquen geht es
dann zurück Richtung Makadi – Ende einer „Stadtrundfahrt“, die
im Grunde nicht viel mehr als eine Kaffeefahrt war.
Wären
wir mit dem Hotel-Shuttle nach Hurghada gefahren, hätten wir vermutlich
mehr von der Stadt gesehen als bei dieser organisierten Tour!
Dienstag,
27. Oktober 2010: Salem Express – Shab Sheer
Knapp
drei Stunden dauert die Bootsfahrt von der Makadibucht zu der Stelle, wo in
der Nacht des 15. Dezember 1991 die Salem Express kurz vor Safaga sank,
dabei mindestens 700 Menschen, die von Saudi-Arabien zurück nach Ägypten
wollten, in die Tiefe riss. In den ersten Jahren nach der Katastrophe waren
Tauchgänge zu der rund 110 Meter langen Fähre, nun ein Seegrab, generell
untersagt – nun darf man, mehr oder weniger stillschweigend geduldet, das
Wrack zumindest umtauchen, aber nicht hineinschwimmen, auch nichts von der
Unglückstelle mit an die Oberfläche holen.
Unser
Tauchgang beginnt in rund 30 Metern Tiefe, bei den Schiffsschrauben der
Salem, angerostet, aber als seien sie immer noch funktionstüchtig fest mit
dem Schiff verbunden. Wir umschwimmen das Bug, vorbei an den Deckaufbauten des auf
der Seite liegenden Wracks Unter uns liegen im sandigen Boden, einige
zerborstene Teile dieser Aufbauten, aber auch die Überbleibsel
Habseligkeiten von Passagieren und Besatzungsmitgliedern.
Da
macht sich zum Beispiel gerade ein kleiner Fisch am Gehäuse eines
Kofferradios zu schaffen. Eine der beiden Lautsprecherboxen ist noch
vorhanden, die andere herausgebrochen. Vielleicht bietet dieses
Kofferradio-Gehäuse ja noch weiteren kleinen Fischen einen sichern
Unterschlupf. In der Nähe liegt eine große Reisetasche. Der Verschluss ist
halb geöffnet, wahrscheinlich aufgeplatzt. Nun quillt aus der Tasche
hervor, was von den Textilien in ihr noch erhalten ist. In der Nacht der,
daneben liegt, halb geöffnet, eine große Reisetasche, aus der noch
hervorquillt, was von den Textilien erhalten ist. In der Nacht der
Katastrophe, als sie über Bord ging, muss diese Tasche prall gefüllt
gewesen sein.
Wir
nähern uns dem Heck, kommen an den zwei Rettungsbooten vorbei, die, leer,
unbenutzt und ohne erkennbare Beschädigung, nun neben der Salem liegen. Ob
sie damals überhaupt von den Trossen los gekommen sind? Irgendwann
jedenfalls haben sie sich von den Trossen über ihnen gelöst, sind nun die
kleinen Wracks neben dem großen Wrack.
Das
Prinzip dieses Tauchganges: Ist der Druck in der Pressluftflasche auf 150
Bahr verbraucht, steigt man zurück auf die Tiefe von 16 Metern, bei hundert
Bahr dann auf zwölf Meter. Weiter oben gibt es auch etwas mehr Fische am
Wrack, sehen wir etwa einen bunten Kofferfisch, der an den inzwischen
angewachsenen Korallen knabbert, einen Papageifisch, und, etwas entfernt,
eine große Makrele, die gerade an der Salem vorbei schwimmt.
Doch
insgesamt ist das Wrack immer noch eher spärlich bewachsen, sieht man immer
auch nur einzelne Fische, vielleicht einige Exemplare auch paarweise, aber
eben keine Schwärme, wie man sie oft bei anderen Wracks findet. Fast
scheint es, als scheuten die Lebewesen des Roten Meeres diesen Ort des
Todes.
Auf
einer Tiefe von 16 Metern werfen wir nun von außen also einen Blick in die
Kommandobrücke, auch die praktisch leer, wie ausgeplündert. Nur einige
Rohre und Leitungen an den Wänden sind noch übrig geblieben – und Fische
fühlen sich hier offensichtlich auch kaum welche wohl.
Auch
wenn man die Salem eigentlich nicht betauchen darf und wohl auch gar nicht
richtig betauchen könnte – in den offen stehenden Laderaum gelangt man
schon. Aber das ist ein Tauchgang vor allem in die Dunkelheit: Zu sehen gibt
es in dem leeren Raum nichts.
Aber
an der Öffnung, an der ich den Laderaum verlasse, erwartet mich ein Paar
Clownsfische, zieht sich auch schon ein noch dünner Bewuchs mit Schwämmen
und Korallen über die höher liegenden Teile des Wracks, weiden auch schon
wieder kleinere Fischschwärme an dem langsam entstehenden neuen Riff.
Nach
unserer Bord-Pause unternehmen wir noch einen zweiten Tauchgang am nahe
gelegenen Riff von Shab Sheer, ein Riff, das jetzt durch einen Leuchtturm
markiert ist. In zwölf Metern Tiefe begegnen wir hier an den steilen, von
Kanälen durchzogenen Riffwänden, einer Muräne, Drückern und vielen
anderen Fischen. Der Versuch, die Kanäle zu durchqueren um auch die andere
Riffseite zu sehen, scheitert allerdings an der kaum zu überwindenden Strömung,
so dass ich diesen Tauchgang relativ rasch beende.
Mittwoch,
28. Oktober 2010: Mahmya
Von
Hurghadas Marina aus fahren wir mit einem der Ausflugsboote an mehreren
Inseln vorbei nach Mahmya, dem Ziel unseres Tagesausfluges.
Vom
Wasser aus gesehen erscheint Hurghada richtig zerfasert, abseits seines Zentrums
bestehend aus über dem oft steilen Küste gebauten Siedlungseinheiten, möglicherweise
mit Ferienhäusern und Ferienwohnungen, aber dennoch ohne direkten Zugang
zum Wasser, ohne direkte Verbindung zur benachbarten Siedlung.
Mahmya,
rund 18 Quadratkilometer groß, soll zwar unter Naturschutz stehen – doch
diesen Begriff darf man hier wahrscheinlich nicht all zu eng sehen. Tatsächlich
stehen auf den Hügeln dieser beliebten Ausflugsinsel die Restaurants für
die rund 400 Gäste, die pro Tag das fast gänzlich pflanzenlose Eiland
betreten dürfen, doch auch, ob diese Limitierung eingehalten wird, scheint
mir eher zweifelhaft.
Aber
immerhin: Einen so feinen Sandstrand wie hier findet man auf dem Festland
kaum – und auf den Bau einer größeren Hafenanlage hat man ebenfalls
verzichtet. Die Gäste müssen vor der Insel in kleine, offene Boote
umsteigen, werden dann von denen auf die Insel gebracht.
Die
eigentliche Sehenswürdigkeit von Mahmya liegt, abgesehen vom weißen
Strand, etwas von der Insel entfernt, ein Riff für Schnorchler, dessen
Besuch Teil wohl jeden Mahmya-Ausfluges ist.
Und
obwohl dieses Riff nun regelmäßig angefahren wird, manche Schnorchler
offensichtlich auch gar nicht anders können, als sich auf die Korallen zu
stellen, beobachten wir in einem „Talkessel“ innerhalb dieses Riffs
Szenen, wie man sie selbst beim Tauchen eher selten zu sehen bekommt.
Auf
dem Boden liegen die Reste eines toten Soldatenfischs, der nun Falter,
Schnapper und andere zum „großen Fressen“ einlädt. Vor allem zwei Drückerfische
machen sich an dem Kadaver immer wieder zu schaffen, allerdings abwechselnd,
weil sich die beiden beim Fressen offenkundig aus dem Wege gehen, eine
direkte Konfrontation um den Futterplatz vermeiden wollen.
Und
dann windet sich noch eine wohl eineinhalb Meter lange, dicke Muräne aus
der Riffwand, schwimmt ein Stück Weg auf uns zu, dreht dann aber doch
wieder bei. Offensichtlich ist
das Tier auf Futtersuche, wird dabei aber gerade nicht fündig. Zwar
begegnet die Muräne einem Feuerfisch, die beiden schauen sich auch, nur
wenige Zentimeter voneinander entfernt, direkt in die Augen – aber dann
gibt die Muräne klein bei, verschwindet wieder in ihrem Versteck in der
Riffwand.
Gegen
16.30 Uhr müssen alle Gäste Mahmya verlassen, geht es mit den Booten
wieder zurück nach Hurghada – wobei wir den Sonnenuntergang noch auf der
Überfahrt erleben.
Donnerstag,
29. Oktober: Hurghada
Gegen
zehn Uhr soll unsere Maschine vom Flughafen Hurghada starten – weswegen
wir auch schon gegen sechs Uhr vom Hotel abgeholt werden.
Tatsächlich
ist der Flughafen jetzt absolut überfüllt, scheinen der Donnerstag
vormittag für viele Gäste der Abflugtermin zu sein. Dass die Abfertigung
dennoch ziemlich zügig vonstatten geht, liegt wohl vor allem daran, dass
die Sicherheitskontrollen nicht einmal mehr als lasch zu bezeichnen sind. Da
es vor den Gepäck-Scannern keine Körbe gibt, in die man Feuerzeuge oder
Portemonnaies legen könnte, behält man sie eben in den Hosentaschen. Doch
das stört die Kontrolleure auch nicht wirklich...
Doch
trotz der zügigen „Kontrollen“: Schon am frühen Vormittag haben alle
abfliegenden Maschinen bereits eine Verspätung, und auch wir starten knapp
eine Stunde später als geplant zu unserem Heimflug.
Online:
|